HTTP/2 und HTTP/3 verständlich erklärt

Was bedeuten HTTP/2 und HTTP/3 – was du wissen solltest

HTTP/2 und HTTP/3 verständlich erklärt

HTTP/2 und HTTP/3 verständlich erklärt

Wenn du dich mit Hosting beschäftigst, tauchen früher oder später Begriffe wie HTTP/2 und HTTP/3 auf. Auf den ersten Blick klingt das nach Technik, mit der sich eigentlich nur Server-Experten beschäftigen müssen. Ganz so kompliziert ist es aber nicht.

HTTP beschreibt vereinfacht gesagt, wie dein Browser und ein Webserver miteinander kommunizieren. HTTP/2 und HTTP/3 sind modernere Varianten dieses Übertragungsprotokolls. Sie helfen dabei, die vielen Daten, aus denen eine moderne Website besteht, möglichst schnell und zuverlässig zum Besucher zu bringen. Das Ganze passiert im Hintergrund. Du musst dafür normalerweise weder programmieren noch irgendwelche komplizierten Einstellungen vornehmen.

Was bedeutet HTTP überhaupt?

HTTP steht für Hypertext Transfer Protocol. Der Name klingt sperrig, die Aufgabe ist eigentlich ziemlich einfach.

Wenn du eine Website aufrufst, stellt dein Browser eine Anfrage an den Webserver. Vereinfacht könnte diese Anfrage lauten: „Bitte schick mir die Startseite dieser Website.“

Der Server verarbeitet die Anfrage und schickt die benötigten Daten zurück. Dazu können unter anderem HTML-Dateien, Bilder, CSS-Dateien, JavaScript, Schriftarten und weitere Bestandteile gehören. Der Browser setzt diese einzelnen Bausteine anschließend zusammen und zeigt dir die fertige Website. HTTP ist dabei so etwas wie die gemeinsame Sprache zwischen Browser und Server. Ohne ein solches Übertragungsprotokoll würde der Browser gar nicht wissen, wie er mit dem Webserver kommunizieren soll.

Warum wurde HTTP weiterentwickelt?

Das Internet von früher lässt sich kaum mit heutigen Websites vergleichen. Eine einfache Internetseite bestand früher häufig aus etwas Text und vielleicht einem Bild. Moderne Websites enthalten dagegen teilweise Hunderte einzelne Dateien: Bilder, Schriftarten, Skripte, Stylesheets und weitere Inhalte. Dadurch entstehen sehr viele Anfragen zwischen Browser und Server. Genau hier kommen neuere HTTP-Versionen ins Spiel. Sie wurden entwickelt, um diese Kommunikation effizienter und schneller zu machen. Für moderne Websites sind insbesondere HTTP/2 und HTTP/3 interessant.

HTTP/2 – mehrere Dinge gleichzeitig übertragen

HTTP/2 hat gegenüber dem älteren HTTP/1.1 einen wichtigen Vorteil: Es kann mehrere Datenströme innerhalb einer Verbindung gleichzeitig übertragen. Das ist gerade bei modernen Websites praktisch. Stell dir vor, du bestellst in einem Restaurant ein komplettes Menü. Früher müsste man sich vereinfacht vorstellen, dass verschiedene Bestandteile einzeln abgearbeitet werden. HTTP/2 kann mehrere dieser Aufgaben wesentlich effizienter innerhalb einer bestehenden Verbindung organisieren.

Eine Website benötigt beispielsweise gleichzeitig:

  • die Startseite,
  • mehrere Bilder,
  • eine CSS-Datei,
  • JavaScript-Dateien,
  • Schriftarten.

HTTP/2 kann diese Daten effizienter übertragen und die Kommunikation zwischen Browser und Server besser ausnutzen.

Das kann sich positiv auf die Ladezeit auswirken – besonders bei Websites, die aus vielen einzelnen Dateien bestehen.

HTTP/3 – die nächste Generation

HTTP/3 geht noch einen Schritt weiter.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht nur in einer neuen Versionsnummer. HTTP/3 verwendet für die Übertragung QUIC anstelle des bei HTTP/2 üblichen TCP.

HTTP/3 wurde entwickelt, um moderne Internetverbindungen schneller und robuster zu nutzen.

Das kann besonders bei mobilen Verbindungen interessant sein. Wer mit dem Smartphone unterwegs ist, wechselt beispielsweise häufiger zwischen unterschiedlichen Netzbedingungen. Auch bei schwankenden Verbindungen kann HTTP/3 Vorteile bieten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass einzelne Datenströme sich weniger gegenseitig ausbremsen können, wenn bei einer Verbindung etwas ins Stocken gerät. Für den normalen Website-Betreiber bedeutet das vor allem: moderne Technik im Hintergrund, ohne dass du dich darum kümmern musst.

HTTP/2 oder HTTP/3 – was ist besser?

Auf dem Papier ist HTTP/3 die neuere Technik. Daraus sollte man aber nicht den Schluss ziehen, dass eine Website mit HTTP/3 automatisch doppelt so schnell ist wie mit HTTP/2.

Die tatsächliche Ladezeit hängt von vielen Faktoren ab. Ein gut konfigurierter Server, schnelle Speichermedien, optimierte Bilder und ein sinnvolles Caching können einen wesentlich größeren Unterschied machen als der Wechsel von HTTP/2 zu HTTP/3.

Auch die Entfernung zwischen Besucher und Server, die Internetverbindung und die Größe einer Webseite spielen eine Rolle.

HTTP/2 und HTTP/3 sind deshalb wichtige Bausteine, aber keineswegs die komplette Geschwindigkeitslösung.

Muss ich HTTP/2 oder HTTP/3 selbst einschalten?

Normalerweise nein. Wenn dein Hosting-Anbieter moderne HTTP-Versionen unterstützt, wird die entsprechende Technik in der Regel serverseitig bereitgestellt. Auch der Browser entscheidet selbst, welche unterstützte Verbindung verwendet wird. Du musst also nicht bei jedem Besucher auswählen, ob HTTP/2 oder HTTP/3 verwendet werden soll.

Das ist ähnlich wie bei vielen anderen technischen Funktionen des Hostings: Einmal richtig eingerichtet, läuft vieles automatisch im Hintergrund. Beim Vergleich verschiedener Hosting-Tarife lohnt sich trotzdem ein Blick auf die technischen Angaben. Unterstützt der Anbieter HTTP/2 und HTTP/3, ist das grundsätzlich ein gutes Zeichen für eine moderne Serverumgebung.

Macht HTTP/3 meine Website automatisch schnell?

Nein – und das ist ein wichtiger Punkt.

Du kannst das modernste Übertragungsprotokoll der Welt verwenden. Wenn deine Startseite aus riesigen Bildern besteht, zwanzig unnötige Plugins geladen werden und kein vernünftiges Caching eingerichtet ist, wird die Website dadurch nicht plötzlich zur Rakete.

Für eine schnelle Website spielen viele Dinge zusammen:

  • optimierte Bilder
  • schnelles Hosting
  • SSD- oder NVMe-Speicher
  • gutes Caching
  • aktuelle Software
  • sinnvoll eingesetzte Plugins
  • sauberer Website-Aufbau
  • möglichst wenig unnötige Dateien

HTTP/2 oder HTTP/3 sorgt dafür, dass die vorhandenen Daten möglichst effizient übertragen werden können. Es ersetzt aber keine vernünftige Optimierung der Website.

Wie kann ich feststellen, welches HTTP genutzt wird?

Wenn du wissen möchtest, ob deine Website HTTP/2 oder HTTP/3 verwendet, kannst du das mit verschiedenen Online-Werkzeugen überprüfen. Auch manche Hosting-Verwaltungen zeigen entsprechende Informationen an. Bei vielen Websites wird die verwendete HTTP-Version im normalen Alltag überhaupt nicht sichtbar. Das ist auch völlig in Ordnung. Falls dein Hosting-Anbieter in seinem Tarif ausdrücklich HTTP/2 oder HTTP/3 nennt, kannst du davon ausgehen, dass diese Technologien Bestandteil der Serverumgebung sind. Bei Unsicherheit hilft eine kurze Nachfrage beim Hosting-Support.

Hier kannst du es checken: TOOL 1 – TOOL 2 – TOOL 3

HTTP/2 und HTTP/3 müssen keine Technikmonster sein

HTTP ist die Sprache, über die Browser und Webserver miteinander kommunizieren. HTTP/2 und HTTP/3 sind modernere Weiterentwicklungen, die diese Kommunikation effizienter machen.

HTTP/2 ermöglicht unter anderem die parallele Übertragung mehrerer Datenströme innerhalb einer Verbindung. HTTP/3 nutzt mit QUIC eine modernere Übertragungstechnik und kann insbesondere bei wechselhaften oder mobilen Verbindungen Vorteile bieten.

Als Blogger musst du dich damit normalerweise nicht weiter beschäftigen. Dein Hosting-Anbieter stellt die Technik bereit und der Browser nutzt automatisch eine passende Variante.

Trotzdem lohnt sich ein Blick auf diese Begriffe, wenn du Hosting-Tarife vergleichst. HTTP/2 sollte heute zum Standard gehören, HTTP/3 ist ein sinnvoller zusätzlicher Pluspunkt.

  • Achte bei der Auswahl eines Hostings darauf, dass HTTP/2 unterstützt wird.
  • HTTP/3 ist ein zusätzlicher Vorteil und zeigt, dass der Anbieter moderne Übertragungstechnik bereitstellt.
  • Erwarte von HTTP/3 allein keine Wunder bei der Ladezeit.
  • Optimiere zusätzlich Bilder, Caching und unnötige Plugins.
  • Ein schneller Server und eine gut aufgebaute Website bleiben genauso wichtig.
  • Lass dich von Begriffen wie HTTP, QUIC oder HTTP/3 nicht abschrecken – im Alltag laufen diese Dinge weitgehend automatisch.
Teile gerne diesen Beitrag - ganz einfach!

Ähnliche Beiträge