CPU, RAM, PHP und Ressourcen – Hosting einfach erklärt

CPU, RAM, PHP und Ressourcen – Hosting einfach erklärt

CPU, RAM, PHP, Prozesse, Arbeitsspeicher oder Ressourcen – Tarifinhalte

Wer einen Hosting-Tarif sucht, landet irgendwann bei technischen Angaben, die zunächst ziemlich trocken aussehen: CPU, RAM, PHP, Prozesse, Arbeitsspeicher oder Ressourcen. Dazu kommen häufig Angaben wie „2 CPU-Kerne“, „512 MB PHP Memory Limit“ oder „unbegrenzte Ressourcen“.

Für jemanden, der einfach nur einen Blog oder eine Website betreiben möchte, klingt das schnell nach Computertechnik aus einer anderen Welt. Dabei steckt dahinter kein Hexenwerk. Die Begriffe beschreiben im Grunde nur, wie viel Arbeit dein Hosting-Server für deine Website erledigen kann.

Du musst dafür weder Programmierer noch Technikfreak sein. Wenn du weißt, wofür CPU, RAM und PHP zuständig sind, kannst du Hosting-Tarife schon wesentlich besser einschätzen. Ich habe mir nach und nach eine Übersicht mit allen wichtigen Begriffen angelegt, um ganz einfach den Überblick zu behalten. Und daraus ist dieser Artikel entstanden.

CPU – die Rechenleistung des Servers

CPU steht für Central Processing Unit, auf Deutsch Prozessor. Vereinfacht gesagt ist die CPU für die Rechenarbeit zuständig, die auf dem Server anfällt.

Eine Website besteht schließlich nicht nur aus gespeicherten Dateien. Bei einem Aufruf müssen verschiedene Dinge verarbeitet werden. Bei WordPress werden unter anderem Inhalte aus der Datenbank abgerufen, Plugins ausgeführt und die gewünschte Seite zusammengestellt. Die CPU erledigt dabei einen großen Teil dieser Arbeit. Man kann sich das ungefähr wie einen Mitarbeiter vorstellen, der Aufgaben abarbeitet. Eine einzelne Aufgabe ist schnell erledigt. Kommen gleichzeitig sehr viele Aufgaben herein, muss er mehrere Dinge nacheinander oder parallel bearbeiten. Genau deshalb spielt die CPU besonders dann eine Rolle, wenn auf einer Website viele Besucher gleichzeitig aktiv sind oder aufwendige Vorgänge stattfinden.

Mehr CPU bedeutet aber nicht automatisch eine schnellere Website

Hier lohnt sich ein kleiner Blick hinter die Kulissen. Ein Hosting-Tarif mit besonders vielen CPU-Kernen klingt natürlich beeindruckend. Für einen kleinen persönlichen Blog bedeutet das aber nicht automatisch, dass jede Seite doppelt so schnell geladen wird. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle: die Servertechnik, die Datenbank, die verwendete Software, Caching, Bilder und natürlich die Website selbst. Für einen normalen Blog ist deshalb nicht unbedingt maximale Rechenleistung notwendig. Ein ordentlich ausgestatteter Tarif reicht meistens völlig aus.

RAM – der Arbeitsspeicher

RAM steht für Random Access Memory und wird meistens einfach als Arbeitsspeicher bezeichnet.

Die SSD kannst du dir als Schrank vorstellen, in dem alles dauerhaft aufbewahrt wird. Der RAM ist dagegen der Tisch, auf dem gerade gearbeitet wird. Was auf dem Tisch liegt, kann schnell benutzt und verarbeitet werden. Oder ein anderes Bild macht das verständlicher: Stell dir eine Werkstatt vor. Im Lager liegen alle Werkzeuge und Materialien. Für die aktuelle Arbeit holt man das benötigte Material auf die Werkbank.

Diese Werkbank kannst du dir ungefähr wie den RAM vorstellen.

Ist sie groß genug, können mehrere Dinge gleichzeitig darauf liegen. Wird sie zu klein, muss ständig etwas weggeräumt und wieder hervorgeholt werden. Das macht die Arbeit umständlicher.

Auch WordPress benötigt Arbeitsspeicher. Beim Aufruf einer Seite werden beispielsweise WordPress selbst, das Theme, Plugins und verschiedene Daten geladen und verarbeitet.

Was passiert bei zu wenig RAM?

Reicht der verfügbare Arbeitsspeicher nicht aus, kann es zu Problemen kommen. Eine Website kann langsamer reagieren oder eine Funktion bricht mit einer Fehlermeldung ab.

Dabei muss man allerdings zwischen dem RAM des Servers und dem PHP Memory Limit unterscheiden. Das wird bei Hosting-Angeboten gerne durcheinandergebracht.

Das PHP Memory Limit legt vereinfacht fest, wie viel Arbeitsspeicher ein einzelner PHP-Prozess maximal verwenden darf. Ein hoher Wert bedeutet also nicht automatisch, dass der gesamte Server über entsprechend viel RAM verfügt.

PHP – im Hintergrund passiert die eigentliche Arbeit

PHP ist eine Programmiersprache beziehungsweise genauer eine serverseitige Skriptsprache, die bei WordPress eine zentrale Rolle spielt. Du musst PHP nicht selbst programmieren können. WordPress und viele Plugins verwenden PHP im Hintergrund, um die Website zu erzeugen und Funktionen auszuführen. Wenn jemand deine Startseite aufruft, passiert also mehr, als man auf dem Bildschirm sieht. Der Server verarbeitet die Anfrage, WordPress führt seine Aufgaben aus, Plugins werden eingebunden und benötigte Informationen werden aus der Datenbank geholt. Am Ende erhält der Besucher die fertige Webseite. PHP ist dabei ein wichtiger Teil dieses Vorgangs.

Warum sollte PHP aktuell sein?

Bei Hosting-Tarifen findest du häufig Angaben wie PHP 8.2, PHP 8.3 oder PHP 8.4 und sogar PHP 8.5. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Versionen der PHP-Software.

Aktuelle Versionen bieten unter anderem Verbesserungen bei Sicherheit, Leistung und Kompatibilität. Deshalb sollte eine Website möglichst eine noch unterstützte PHP-Version verwenden.

Bedeutungsvoll ist allerdings die Kompatibilität. Ein Update sollte nicht blind durchgeführt werden. WordPress, Theme und Plugins müssen mit der gewählten PHP-Version funktionieren.

Bei einem guten Hosting-Anbieter lässt sich die PHP-Version normalerweise bequem im Kundenbereich oder im Hosting-Control-Panel auswählen.

Prozesse und gleichzeitige Aufgaben

Ein weiterer Begriff, der in Hosting-Tarifen auftauchen kann, lautet Prozesse.

Ein Prozess ist vereinfacht gesagt eine Aufgabe, die der Server gerade ausführt. Ein Besucher ruft eine Seite auf, ein anderer sendet ein Formular ab und gleichzeitig wird vielleicht ein Hintergrundprozess ausgeführt. All diese Vorgänge benötigen Serverleistung.

Hosting-Anbieter begrenzen deshalb teilweise, wie viele Prozesse gleichzeitig laufen dürfen.

Ist diese Grenze sehr niedrig und kommen viele Anfragen gleichzeitig, können Aufgaben warten, bis wieder Kapazität frei wird.

Für einen kleinen Blog ist das normalerweise kein Grund zur Sorge. Erst wenn eine Website deutlich größer wird oder sehr viele Besucher gleichzeitig verarbeitet werden müssen, kann dieser Wert interessanter werden.

Ressourcen – was bedeutet das?

Wenn ein Anbieter von Ressourcen spricht, ist damit nicht ein einzelner Wert gemeint. Es geht vielmehr um die verschiedenen technischen Möglichkeiten, die einem Hosting-Paket zur Verfügung stehen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • CPU-Leistung
  • Arbeitsspeicher
  • PHP Memory Limit
  • Anzahl gleichzeitiger Prozesse
  • Speicherplatz
  • Datenbank-Ressourcen

Man kann sich das Hosting deshalb wie einen Arbeitsplatz vorstellen. Nicht nur die Größe der Werkbank entscheidet darüber, wie gut man arbeiten kann. Auch Werkzeug, Platz und verfügbare Arbeitskraft spielen eine Rolle. Genau deshalb sollte man Hosting-Tarife nicht anhand einer einzigen Zahl miteinander vergleichen.

Wie viel Leistung braucht ein normaler Blog?

Die gute Nachricht lautet: Für einen normalen Blog brauchst du meistens erstaunlich wenig.

Eine kleine private Website mit einigen Artikeln und Bildern stellt völlig andere Anforderungen als ein großer Onlineshop mit tausenden Besuchern gleichzeitig. Wer gerade mit dem Bloggen beginnt, muss deshalb nicht sofort den teuersten Tarif bestellen. Ein vernünftiges Einsteigerpaket kann für längere Zeit ausreichen.

Interessant wird mehr Leistung vor allem dann, wenn die Website wächst, viele Besucher gleichzeitig kommen oder bestimmte Anwendungen besonders viele Ressourcen benötigen.

Und selbst dann muss nicht gleich eine komplett neue Serverwelt her. Bei vielen Hosting-Anbietern lässt sich der Tarif später problemlos erweitern.

Die Zahlen sind weniger kompliziert, als sie aussehen

CPU, RAM, PHP und Ressourcen wirken auf den ersten Blick wie typische Begriffe aus der Computertechnik. Eigentlich beantworten sie aber eine ziemlich einfache Frage:

Wie viel Arbeit kann dein Hosting für deine Website bewältigen?

Die CPU übernimmt Rechenaufgaben. Der RAM stellt kurzfristig benötigten Arbeitsspeicher bereit. PHP führt wichtige Teile von WordPress und anderen Anwendungen im Hintergrund aus. Prozesse beschreiben einzelne laufende Aufgaben, und unter Ressourcen fasst man verschiedene Leistungsbereiche des Hostings zusammen.

Für einen normalen Blog muss man daraus keine Wissenschaft machen. Viel wichtiger als möglichst große Zahlen ist ein vernünftig zusammengestellter Hosting-Tarif, der zu den tatsächlichen Anforderungen der Website passt.

Und wenn dein Blog irgendwann wächst, ist das sogar eine schöne Sache: Dann weißt du inzwischen, warum du mehr Leistung brauchst – und kannst gezielter auswählen, statt einfach irgendeinen größeren Tarif zu nehmen.

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