Blog erstellen – was macht das Bloggen unnötig kompliziert

Blog erstellen – was macht das Bloggen unnötig kompliziert

Bloggen – alles kompliziert – muss das sein?

Ein eigener Blog ist eine schöne Sache und es macht Spaß. Man kann über Themen schreiben, die einen interessieren, eigene Erfahrungen weitergeben und sich mit Dingen beschäftigen, die man vielleicht schon lange ausprobieren wollte. Gleichzeitig ist es erstaunlich einfach, aus einem relativ einfachen Blog ein kleines technisches Großprojekt zu machen. Ich spreche da aus Erfahrung. Je länger ich mich mit Websites beschäftige, desto mehr Dinge entdecke ich, die man zusätzlich machen könnte. Genau hier liegt die Gefahr: Aus „Ich möchte einen Blog schreiben“ wird irgendwann „Ich muss noch dieses Plugin installieren, die Startseite komplett umbauen, fünf SEO-Einstellungen ändern und herausfinden, warum der Button zwei Pixel zu weit links sitzt“.

Blog erstellen – Erfahrungen und Erkenntnisse

Am Ende verbringt man mehr Zeit mit der Website als mit dem Schreiben. Deshalb möchte ich hier einmal zehn Dinge nennen, die einen Blog meiner Meinung nach unnötig kompliziert machen können.

Erstens: zu viele Plugins. WordPress bietet für fast alles eine Erweiterung. Das ist praktisch, kann aber schnell ausufern. Ein Plugin für SEO, eines für Sicherheit, eines für Bilder, eines für Cache, eines für Formulare und irgendwann noch eines für eine winzige Funktion, die man eigentlich gar nicht braucht. Nicht jedes Plugin ist schlecht. Die Frage lautet vielmehr: Brauche ich es wirklich? Je mehr Erweiterungen zusammenspielen, desto schwieriger kann es werden, bei Problemen die Ursache zu finden. Deshalb bin ich heute wesentlich zurückhaltender.

Zweitens: ständig das Design verändern. Ein neuer Blog braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Trotzdem kann man sich wunderbar damit beschäftigen, jede Woche Farben, Schriften, Abstände oder Menüs zu verändern. Ich kenne das selbst. Irgendwann sieht die Website zwar anders aus, aber der Inhalt ist keinen Schritt weiter. Ein gutes, übersichtliches Design reicht zunächst völlig aus. Wenn später etwas verbessert werden soll, kann man es immer noch ändern.

Drittens: zu viele Kategorien. Gerade am Anfang scheint jede neue Idee nach einer eigenen Kategorie zu verlangen. Irgendwann hat man dann zehn oder zwanzig Kategorien und in jeder liegen zwei Beiträge. Das macht einen Blog nicht automatisch übersichtlicher. Oft ist das Gegenteil der Fall. Wenige, gut gewählte Kategorien können völlig ausreichen.

Viertens: der Versuch, alles gleichzeitig zu machen. SEO, Social Media, Newsletter, YouTube, Bilder, Videos, Statistiken, neue Beiträge und gleichzeitig noch die Website technisch optimieren – das kann niemand dauerhaft mit voller Aufmerksamkeit erledigen. Ein Blog darf Schritt für Schritt wachsen. Nicht alles muss am ersten Tag vorhanden sein.

Fünftens: ständig nach der perfekten Lösung suchen. Das Internet ist voll mit Empfehlungen. Jeder hat angeblich das beste Theme, das beste Plugin, das beste Hosting oder die perfekte SEO-Strategie. Wenn man jeder Empfehlung hinterherläuft, kann man sich jahrelang mit der Suche beschäftigen. Irgendwann muss man eine vernünftige Entscheidung treffen und damit arbeiten.

Was ich heute einfacher machen würde

Weniger Technik am Anfang. Gerade wenn man neu bei WordPress ist, kann Technik unglaublich spannend sein. Man kann sich stundenlang mit Einstellungen beschäftigen und dabei vergessen, dass man eigentlich einen Blog erstellen wollte. Natürlich braucht eine Website technische Grundlagen. Sie muss funktionieren und sicher sein. Aber man muss nicht jedes Detail verstehen, bevor der erste Artikel online geht.

Weniger auf andere Blog schauen. Andere Websites können eine hervorragende Inspiration sein. Problematisch wird es, wenn man versucht, alles nachzumachen. Was bei einem großen Blog funktioniert, muss für einen kleinen persönlichen Blog nicht sinnvoll sein. Jede Website hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Besucher und ihre eigenen Ziele.

Weniger SEO-Druck. Suchmaschinenoptimierung ist wichtig und kann dabei helfen, gefunden zu werden. Trotzdem sollte SEO nicht jeden Artikel bestimmen. Wenn man beim Schreiben ständig über Keywords, Suchintention und Rankings nachdenkt, kann der eigentliche Spaß schnell verloren gehen. Ein verständlicher, interessanter Text ist immer noch eine gute Grundlage.

Nicht ständig neue Tools ausprobieren. Auch hier bin ich selbst nicht ganz unschuldig. Es gibt immer wieder ein neues Werkzeug, eine neue Anwendung oder einen neuen Dienst, der interessant klingt. Manchmal ist er tatsächlich hilfreich. Oft stellt man später fest, dass man ihn eigentlich gar nicht braucht. Ein Blog muss nicht aus möglichst vielen Werkzeugen bestehen.

Keine zu hohen Ansprüche an mich selbst. Das ist vielleicht der wichtigste Punkt. Ein Anfänger vergleicht seinen ersten Blog schnell mit Websites, die seit Jahren bestehen. Das kann ziemlich frustrierend sein. Der eigene Blog darf am Anfang klein sein. Er darf sich verändern. Die ersten Artikel müssen nicht perfekt sein und auch die Startseite muss nicht aussehen, als hätte eine große Agentur daran gearbeitet.

Mir hat es geholfen, irgendwann zwischen „Das ist wichtig“ und „Das wäre vielleicht auch noch ganz nett“ zu unterscheiden. Diese beiden Dinge sind beim Bloggen nämlich nicht dasselbe. Das funktionierendes Menü ist wichtig. Eine neue animierte Schaltfläche vielleicht nicht. Ein Backup ist wichtig. Das zehnte Plugin für eine kleine Designfunktion wahrscheinlich nicht. Verständliche Texte sind wichtig. Die perfekte Schriftgröße für jeden einzelnen Bildschirm ist nicht das Ende der Welt. Genau diese Unterscheidung kann einen Blog enorm vereinfachen.

Was ich außerdem gelernt habe: Man muss nicht jede Entscheidung endgültig treffen. Ein Theme kann später gewechselt werden. Kategorien lassen sich verändern. Beiträge können überarbeitet werden. Plugins können entfernt werden. Eine Startseite kann neu aufgebaut werden. Dadurch wird vieles entspannter.

Wer heute mit dem Bloggen anfängt, muss deshalb meiner Meinung nach nicht versuchen, von Anfang an eine perfekte Website aufzubauen. Viel wichtiger ist eine solide Grundlage. Eine gute Idee, ein passender Name, ein zuverlässiges Hosting, WordPress oder ein anderes geeignetes System und vor allem Inhalte, die man wirklich schreiben möchte. Der Rest darf nach und nach kommen.

Vielleicht ist das sogar das Schöne am Bloggen: Man lernt nicht alles vorher, sondern im Laufe der Zeit – mit Erfahrungen. Genau das habe ich selbst erlebt. Mit 60 wusste ich über viele Dinge rund um Websites überhaupt nichts. Heute kenne ich mich wesentlich besser aus und trotzdem stoße ich regelmäßig auf neue Fragen. Damit kann ich gut leben. Denn ein Blog muss nicht kompliziert sein, nur weil die Möglichkeiten kompliziert sind.

Man darf auch einfach sagen: Das brauche ich nicht. Und manchmal ist genau diese Entscheidung die beste technische Lösung überhaupt.

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