Hosting – HDD, SSD, NVMe und LiteSpeed

Hosting – Ladegeschwindigkeit der Website
Eine schnelle Website entsteht nicht durch einen einzigen technischen Begriff, sondern durch das Zusammenspiel aus gutem Hosting, einer sauberen WordPress-Installation und sinnvoller Optimierung. – mal einfach erklärt
Wer zum ersten Mal nach einem Webhosting-Tarif sucht, hat oft das Gefühl, eine fremde Sprache zu lesen. Überall tauchen Begriffe wie HDD, SSD, NVMe oder LiteSpeed auf. Und noch ganz viele andere Hinweise.
In diesem Artikel geht’s erst mal nur um HDD, SSD, NVMe und LiteSpeed.
Ich war komplett überfordert. Also: Rein ins Internet und alle Begriffe suchen. Ich habe mir Notizen zu jedem einzelnen Begriff angelegt.
Obwohl ich doch einfach nur eine Website erstellen wollte, musste ich mich plötzlich mit Festplatten, Servern und Geschwindigkeiten beschäftigen. Rückblickend war vieles aber gar nicht so kompliziert. Irgendwann habe ich es einigermaßen verstanden, aber – ein Experte bin ich ganz sicher nicht.
Die Geschwindigkeit einer Website hängt von mehreren Bausteinen ab
Viele denken, dass eine schnelle Website nur vom Webhosting abhängt. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Die Geschwindigkeit entsteht aus mehreren Faktoren. Der Server muss deine Dateien speichern, sie schnell finden und anschließend an den Besucher ausliefern. Gleichzeitig spielen auch WordPress, Plugins, Bilder und das Caching eine Rolle. Trotzdem bildet das Webhosting die Grundlage. Ist diese Basis langsam, können selbst gute Optimierungen nur wenig ausrichten.
HDD – die klassische Festplatte
Früher wurden fast alle Server mit sogenannten HDD-Festplatten ausgestattet. Die Abkürzung steht für Hard Disk Drive. Im Inneren einer HDD drehen sich mehrere Magnetscheiben mit hoher Geschwindigkeit. Ein kleiner Lesekopf bewegt sich darüber und sucht die benötigten Daten heraus. Dieses Prinzip funktioniert seit vielen Jahrzehnten zuverlässig und wird auch heute noch verwendet. Der Nachteil liegt jedoch auf der Hand: Immer, wenn Daten benötigt werden, muss sich dieser Lesekopf erst an die richtige Stelle bewegen. Das dauert zwar nur Millisekunden, summiert sich aber bei einer Website schnell auf. Eine WordPress-Seite besteht nicht nur aus einer einzigen Datei. Beim Aufruf müssen oft hunderte Dateien und Datenbankeinträge gelesen werden. Genau deshalb wirken Webseiten auf einer HDD häufig langsamer. Für moderne WordPress-Websites spielt die klassische Festplatte heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Viele Anbieter nutzen sie höchstens noch als günstigen Speicherplatz für Backups oder Archive.
SSD – der heutige Standard
Mit der SSD begann ein großer Schritt nach vorn. SSD bedeutet Solid State Drive. Anders als bei einer HDD gibt es keine drehenden Scheiben und keine beweglichen Bauteile mehr. Die Daten liegen auf Speicherchips und können praktisch ohne Verzögerung gelesen werden. Für den Besucher bedeutet das kürzere Ladezeiten. Auch WordPress profitiert davon. Seiten werden schneller aufgebaut, Bilder erscheinen zügiger und Aktualisierungen laufen meist flüssiger ab. Aus meiner Sicht sollte heute jeder Hosting-Tarif mindestens SSD-Speicher bieten. Findest du noch ein Angebot mit einer klassischen HDD als Hauptspeicher, würde ich lieber weitersuchen. Der Preisunterschied ist inzwischen geringer, der Geschwindigkeitsunterschied dagegen deutlich spürbar.
NVMe – warum plötzlich alle davon sprechen
Vor einigen Jahren tauchte dann ein weiterer Begriff auf: NVMe. Viele denken zunächst, dass NVMe einfach nur eine noch bessere Festplatte ist. Ganz stimmt das allerdings nicht.
Auch bei NVMe werden SSD-Speicher verwendet. Der Unterschied liegt in der Art, wie diese mit dem Prozessor kommunizieren. Während herkömmliche SSDs eine ältere Schnittstelle nutzen, verwendet NVMe einen deutlich schnelleren Übertragungsweg. Man kann sich das vorstellen wie zwei Straßen. Beide führen zum gleichen Ziel. Die eine ist eine gut ausgebaute Landstraße, die andere eine mehrspurige Autobahn. Beide funktionieren, auf der Autobahn kommen die Fahrzeuge aber deutlich schneller ans Ziel. Genau diesen Vorteil bietet NVMe. Daten gelangen wesentlich schneller vom Speicher zum Prozessor und wieder zurück. Vor allem größere WordPress-Websites, WooCommerce-Shops oder Seiten mit vielen gleichzeitigen Besuchern profitieren davon. Bei kleinen privaten Blogs fällt der Unterschied oft weniger stark auf, dennoch ist NVMe eine moderne Technik, die sich immer weiter durchsetzt.
LiteSpeed hat mit Festplatten überhaupt nichts zu tun
Während HDD, SSD und NVMe etwas mit dem Speicher zu tun haben, ist LiteSpeed etwas völlig anderes. LiteSpeed ist ein sogenannter Webserver. Seine Aufgabe besteht darin, die gespeicherten Dateien möglichst schnell an den Besucher auszuliefern. Stell dir vor, deine Website wäre ein großes Warenlager. Die Festplatte ist das Lagerregal, auf dem alle Inhalte liegen. LiteSpeed ist dagegen der Mitarbeiter, der die Bestellung zusammensucht und möglichst schnell verschickt. Je effizienter dieser Mitarbeiter arbeitet, desto schneller erhält der Besucher die gewünschte Webseite. Genau deshalb gilt LiteSpeed als besonders leistungsfähig.
Was ist nun wichtiger?
Diese Frage stellen sich viele. Ist NVMe wichtiger? Oder LiteSpeed? Eigentlich lässt sich das gar nicht direkt vergleichen.
Inzwischen habe ich einige Webhostings „getestet“, mit SSD, HDD, LiteSpeed, NVMe. Okay, die Inhalte der Seite sind unterschiedlich. Welches Theme wird genutzt? Welche Plugins sind aktiv? Grundsätzlich kann ich mit meinen persönlichen Erfahrungen ganz klar SSD, LiteSpeed und NVMe empfehlen.
NVMe beschleunigt den Zugriff auf gespeicherte Daten. LiteSpeed beschleunigt die Auslieferung der Website. Beides ergänzt sich also. Eine moderne NVMe-SSD zusammen mit einem LiteSpeed-Webserver ergibt eine sehr leistungsfähige Kombination. Trotzdem entscheidet am Ende immer das Gesamtpaket über die Geschwindigkeit einer Website.
Meine Erfahrungen
Diesen Artikel habe ich aus meinen Notizen geschrieben. Vielleicht einfach – aber für mich war es verständlich. Hoffentlich auch für dich! Nun gut, ich bin nicht der Experte, jedoch versuche ich mich ständig durch den Dschungel zu „kämpfen“. Wenn du gerade deinen ersten Blog oder deine erste Website planst, musst du dich nicht von jedem technischen Begriff verrückt machen lassen.
Wähle einen Hosting-Tarif mit SSD oder noch besser NVMe. LiteSpeed ist ebenfalls gut.
Achte auf regelmäßige Backups.
Informiere dich über den Support des Anbieters. Ein guter Support, wenn mal etwas nicht „rund läuft“ ist wichtig.
Vergleiche nicht nur den Preis, sondern das Gesamtpaket.
Lass dich nicht von riesigen Speicherangaben blenden. Die meisten Blogs benötigen anfangs deutlich weniger Platz, als viele glauben.
Investiere lieber in einen zuverlässigen Anbieter als in möglichst viele technische Schlagwörter.
Die Begriffe HDD, SSD, NVMe und LiteSpeed wirken auf den ersten Blick kompliziert. Versteht man jedoch ihre Aufgaben, verliert die Technik schnell ihren Schrecken. HDD ist die ältere Festplattentechnik und spielt heute kaum noch eine Rolle. SSD hat sich als moderner Standard etabliert und sorgt für deutlich schnellere Zugriffe. NVMe entwickelt diesen Standard noch weiter und bietet besonders hohe Geschwindigkeiten. LiteSpeed wiederum kümmert sich nicht um den Speicher, sondern darum, deine Website möglichst schnell an den Besucher auszuliefern. Eine schnelle Website entsteht nicht durch einen einzigen technischen Begriff, sondern durch das Zusammenspiel aus gutem Hosting, einer sauberen WordPress-Installation und sinnvoller Optimierung. Genau darauf solltest du bei der Wahl deines Hosting-Tarifs achten.




